Hoffnung, die bleibt: Zwei inspirierende Geschichten

In Uganda zeigen junge Frauen wie Violet und Deborah, was möglich ist, wenn sie Zugang zu Berufsbildung erhalten. Ihre Geschichten erzählen von Hoffnung, Selbstvertrauen und einem Neuanfang – für sie und ihre Familien. Lesen Sie jetzt.

In Uganda sind viele Jugendliche gezwungen, früh Verantwortung für sich und ihre Familien zu übernehmen. Wer die Schule abbrechen muss, hat meist kaum Chancen, aus der Armut auszubrechen. Doch mit etwas Mut kann sich das Blatt wenden – wie die Geschichten von Violet und Deborah zeigen.

Mit Violet Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit

Als Schulabbrecherin erhielt Violet die Chance, eine Ausbildung zur Coiffeuse und Make-up-Artistin zu absolvieren. Mit dem Startkapital, das wir ihr zur Verfügung stellten, gründete sie ihr eigenes Studio und investierte in die Miete, Flechtmaterial und Ausstattung. Heute führt sie erfolgreich einen Salon und einen Make-up-Shop, bildet Praktikantinnen aus und unterstützt mit ihrem Einkommen ihren sehbehinderten Vater sowie die Ausbildung ihrer Schwester zur Schneiderin.

Als wir Violet 2024 trafen, hatte sie ein klares Ziel:

Ich möchte expandieren, neue Standorte eröffnen und noch mehr jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen. (Violet)

2024 trafen wir Violet zum ersten Mal nach ihrer Ausbildung zur Coiffeuse und Make-up-Artistin
2024 trafen wir Violet in ihrem eigenen Salon...

Ein Jahr später berichtet sie stolz von ihrem Fortschritt. Ihr Geschäft wächst, zwei Praktikantinnen lernen bei ihr das Handwerk. Trotz starker Konkurrenz im Beautybereich gewinnt Violet kontinuierlich neue Kundschaft. Ihre Kunden schätzen die vertrauensvolle Beziehung, kommen regelmässig zurück und empfehlen sie weiter.

Auch privat hat sich ihr Leben deutlich verändert. Sie baut ein eigenes Haus und unterstützt ihren Vater finanziell. Er wäre fast vollständig erblindet. Dank der Behandlung, die sie sich nun leisten konnte, ist es nicht dazu gekommen.

Als mein Vater krank wurde, verlor meine Familie fast ihre Hoffnung. Die Teilnahme am Projekt hat mein Schicksal und das meiner Familie verändert. Die Kombination aus Ausbildung und Start-up-Kapital war entscheidend. Heute können wir wieder hoffen. (Violet)

2025 trafen wir Violet nochmal in Uganda. Heute steht sie vor ihrem eigenen Haus, das sie gerade baut.
...Heute steht Violet vor dem Rohbau ihres eigenen Hauses.

So findet Deborah ihren eigenen Weg

Auch Deborahs Geschichte zeigt, was berufsbildende Projekte bewirken können. Sie brach die Schule ab und verbrachte sieben Jahre damit, Hausarbeiten zu erledigen und auf dem kleinen Bauernhof ihrer Familie zu helfen. Aus Mangel an Perspektiven dachte sie sogar über eine frühe Heirat nach.

2024 begann Deborah eine sechsmonatige Ausbildung im Schneiderhandwerk. Im November schloss sie sie erfolgreich ab, absolvierte ein Praktikum und erhielt anschliessend eine feste Anstellung in einem Nähatelier. Mit ihrer von CaRNaC finanzierten Nähmaschine näht sie heute Kleider, Hemden und Hosen – und verdient genug, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.
Das Ziel der jungen Frau ist ehrgeizig: ein eigenes Atelier eröffnen und die Ausbildung ihrer vier jüngeren Geschwister finanzieren.

Früher war ich völlig abhängig von meinen Eltern. Heute habe ich eine Fähigkeit, mit der ich für meinen Lebensunterhalt sorgen kann. (Deborah)

Auch Deborah trafen wir 2024 zum ersten Mal in Uganda. 2025 gab sie uns ein Update von ihrem Leben.
Deborah träumt davon, ihr eigenes Atelier zu eröffnen

Wissen und Eigeninitiative schaffen Hoffnung

Wenn junge Menschen wie Violet und Deborah Zugang zu Berufsbildung erhalten, verändert das ganze Familienleben. Violets Vater, der einst jede Hoffnung verlor, kann dank ihrer Unterstützung wieder sehen. Deborah lebt selbstbestimmt und denkt an die Zukunft ihrer Geschwister. Wissen, Eigeninitiative und ein wenig Unterstützung eröffnen neue Wege – und schaffen Hoffnung, die bleibt.

Hintergrund: Berufsbildung in Uganda

Uganda hat mit einem Durchschnittsalter von 17 Jahren eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit. Der Distrikt Namayingo im Südosten des Landes zählt rund 215’000 Einwohner. Die Menschen leben vor allem von Landwirtschaft und Fischfang. Seit im Jahr 2000 Gold gefunden wurde, sind am Ufer des Viktoriasees kleine Goldminen entstanden – viele Kinder und Jugendliche arbeiten dort unter gefährlichen Bedingungen. Über 40 Prozent der Kinder sind von Kinderarbeit betroffen; 10 Prozent haben nie eine Schule besucht.

Mit unseren lokalen Partnern in Uganda fördern wir die berufliche Ausbildung von Jugendlichen. Unsere Partnerorganisationen setzen sich für ein besseres Ausbildungsangebot in ländlichen Gebieten ein. So erhalten die jungen Menschen Alternativen zu einem Studium in der Grossstadt oder zur Landwirtschaft.
Mit unseren lokalen Partnern in Uganda fördern wir die berufliche Ausbildung von Jugendlichen

ena arbeitet seit 2009 mit der lokalen Organisation CaRNaC zusammen, um Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen. Da eine Universitätsausbildung oft unerschwinglich ist, bieten unsere Programme praxisnahe Berufsbildung mit einer Dauer von drei Monaten bis zu drei Jahren an.

Der Fokus liegt auf praktischen Fähigkeiten, betriebswirtschaftlichem Wissen und finanzieller Eigenständigkeit. Nach Abschluss ihrer Ausbildung erhalten die jungen Menschen ein Startpaket mit Werkzeugen und Material, um ein eigenes Geschäft zu gründen – und das mit grossem Erfolg: Kein einziger Absolvent hat sein Starterpaket bisher weiterverkauft.

Lernen Sie unsere Projekte in Uganda kennen